26. September 2002
Kirche zum Anfassen, Zuhören und Mitmachen
Ev.-luth. Stadtkirchenverband feiert sein 100-jähriges Bestehen
"Unser Leben sei ein Fest“: Nach einhundert Jahren und einer aufwändigen Strukturreform hat der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover jetzt Anlaß genug, diese Liedzeile aus dem (Evangelischen) Gesangbuch (Nr. 557) in die Tat umzusetzen. Am Sonntag, 13. Oktober 2002, steigt in der Eilenriedehalle das „Fest der Kirche“.
„Mitten im Leben“ ist das Motto des breiten Spektrums an Angeboten für Besucher alles Altersgruppen und Interessensschwerpunkte. Musik vom klassischen Chorsatz bis zum Hardrock; Kunst, Kultur und Prominenten-Talk; Vorträge und Ausstellungen, Action, Show, Information und vieles mehr fächern die Vielfalt kirchlichen Lebens und Wirkens auf. Ein Gottesdienst, unter anderem mit Stepptanz und Jazz, läßt den fröhlich-bunten Festtag im Hannover Congress Centrum ausklingen.
Mit seiner Unterschrift besiegelte Kaiser Wilhelm II am 15. Oktober 1902 die Gründung des Ev.-luth. Gesamtverbandes Hannover. Der schloß damals 15 Gemeinden zusammen, weil sich die Initiatoren davon eine einfachere Verwaltung und eine höhere Effektivität der Arbeit versprachen. Inzwischen ist daraus der Ev.-luth. Stadtkirchenverband gewachsen, der in 72 Gemeinden in Hannover, Garbsen und Seelze mehr als 230 000 Menschen umfaßt.
Zu Einblicken in das breitgefächerte Leben, Wirken und Angebot des Stadtkirchenverbandes lädt das „Fest der Kirche“ für Sonntag, 13. Oktober, in das Congress Centrum ein. Dort wird zwischen 13.30 und 18 Uhr in der Großen Eilenriedehalle ein großes Angebot zum Ansehen, Anfassen, Zuhören und Mitmachen präsentiert. Weit mehr als 100 Gemeinden, übergemeindliche Einrichtungen und Dienste sowie kirchlich orientierte Gruppen sind daran beteiligt.
In Form eines Marktes gibt es dort an Ständen, auf Bühnen und Aktionsflächen unter anderem Theater und Kabarett, ein Figurentheater und eine Märchenstube, ein Kinderkarussell und einen Kletterberg, einen Fitness-Parcours und eine afrikanische Kaffeezeremonie.
In der angrenzenden kleinen Halle steht die Musik für das junge und jung gebliebene Publikum im Mittelpunkt. Dort spielen Jugend-(Rock-)Bands. Außerdem wird die Endrunde im Kinder-Karaoke-Wettbewerb ausgetragen, für die sich rund 30 Mädchen und Jungen qualifiziert haben.
Bereits um 12.30 Uhr beginnt das Programm in der benachbarten Glashalle. Zur Eröffnung des Festes der Kirche bittet Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann, der Spitzenrepräsentant des Verbandes, weltliche und kirchliche Vertreter aus Hannover und der Region zum kurzen Rück- und Ausblick.
Den ersten musikalischen Akzent setzen ab 13.30 Uhr hannoversche Kantoreien. Sie singen Werke für vier bis siebzehn Stimmen von Schütz, Bach und Mendelssohn – und dokumentieren damit auch die Vielfalt der Chorarbeit in den Gemeinden.
Für den anschließenden Festvortrag wird der Bürgermeister der Hansestadt Bremen erwartet. „Kirche in der Großstadt“ ist das Thema, zu dem Dr. Henning Scherf ab 14.15 Uhr seine Sicht der Dinge darlegen wird.
Thematisch schließt sich an diesen Vortrag die Talk-Runde ab 16 Uhr an, zu der Stadtsuperintendent Puschmann neben Dr. Scherf auch Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, den ehemaligen hannoverschen Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski sowie den Direktor des NDR-Landesfunkhauses Niedersachsen, Dr. Arno Beyer, und den Journalisten Jens Gundlach erwartet. „Was hält unsere Stadt zusammen?“ soll in der von Lutz Ackermann moderierten Runde erörtert werden.
Zuvor gibt es ab 15 Uhr jedoch eine Premiere in der Glashalle: Mädchen und Jungen des Projektes „KIKIMU“ (Kirche, Kinder & Musik) werden das Musical „Türmchens großes Fest“ aufführen. Dafür hat Lothar Krist anläßlich des 100-jährigen Bestehen des Stadtkirchenverbandes die Musik geschrieben.
Ein weiterer prominenter Gast wird zum Abschluß erwartet: Helga Trösken, Pröpstin in Frankfurt am Main, wird während des Gottesdienstes predigen, mit dem ab 18 Uhr in der Glashalle das „Fest der Kirche“ ausklingt.
Auch musikalisch werden in diesem Gottesdienst Akzente gesetzt. Unter der Leitung von Lothar Krist intonieren ein Projektchor und die Hannover Big Band Teile von Duke Ellingtons „A Sacred Concert“. Ausgezeichnete Stepptänzer werden überdies für ein besonderes Gottesdienst-Erlebnis am Ende dieses ereignisreichen Tages sorgen. (js)
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