11. November 2002
Der geplante Tod
Nahaufnahme-Live-Talk nimmt aktive Sterbehilfe ins Visier
Neue Gesetze zur aktiven Sterbehilfe in Belgien und den Niederlanden haben auch in Deutschland die Debatte neu entfacht. Umfragen zeigen: In der Bevölkerung steigt die Akzeptanz für eine aktive Sterbehilfe in Form von Beihilfe zum Freitod oder Medikamentengabe.
Besonders jüngere Menschen sprechen sich für ein Gesetz aus, das diese Sterbehilfe auch in Deutschland erlaubt. Doch die Ärzteschaft, Kirchen und die meisten Politiker sind dagegen. Sie sehen zwar durchaus Handlungsbedarf im Bereich der passiven Sterbehilfe. Unheilbar kranke, qualvoll leidende Menschen sterben zu lassen, sollte in jedem Fall straffrei bleiben, fordern sie. Doch eine aktive Sterbehilfe lehnen sie ab. Ihr Argument: Zu groß könnte der Druck auf alte Menschen werden, sich das Leben zu nehmen, sobald sie schwer krank sind.
Eine kontroverse Debatte – und Anlass für die Nahaufnahme am Montag, 18. November, sich dem selbstgewählten Tod auf Rezept zu widmen. „Sterbehilfe- Anmaßung oder Gnade?“ ist das Thema der TV-Talkshow des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover. Sie beginnt um 19 Uhr im Studio des Offenen Kanals Hannover und wird live auf dessen Sender übertragen.
Zu Gast ist Professor Wolfhard Winkelmüller, Initiator eines neuen ambulanten Dienstes im Friederikenstift, der Schmerzpatienten ganzheitlich betreut. Schwester Gabi Kahl berichtet von ihrer Erfahrung als Hospizleiterin, und Ralf Charbonnier beleuchtet die Sterbehilfe als Mitarbeiter des evangelischen Instituts für Gesundheitsethik aus christlicher Sicht.
Streitbarer Befürworter der aktiven Sterbehilfe ist der ehemalige Oberstaatsanwalt Dieter Graefe, der heute als Rechtsanwalt einen prominenten Schweizer Sterbehelfer verteidigt. Außerdem kommen Angehörige Schwerstkranker sowie Menschen zu Wort, die für sich eine Patientenverfügung eingesetzt haben.
Moderatoren sind Christine Rettig und Pastor Dirk Stelter.
Auch zum Mitdiskutieren sind Zuschauer als Gäste im Studio des Offenen Kanals am Georgsplatz 11 (Nähe Aegi) herzlich willkommen; Einlaß ins Studio bis 18.45 Uhr. Außerdem ist während der Sendung von 19 bis 20 Uhr das Studiotelefon (0511 – 36 70 155) geschaltet, über das sich Zuschauer live mit Fragen und Meinungen an der Diskussion beteiligen können.
Die Sendung läuft am 18. November ab 19 Uhr im Offenen Kanal (über Kabel Sonderkanal S11 – Euronews) sowie als Wiederholung am gleichen Abend ab 21 Uhr und am Sonnabend, 24. November, ab 19 Uhr.
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