Archiv
- 2012
- 2011
- 2010
- 2009
- 2008
- 2007
- 2006
- 2005
- 2004
- 2003
- 2002
- 2001
- 2000
- 1999
- 1998
- 1997
Aktuelle Meldungen
Berichte
11. August 2003
Lampe sieht Grundkonsens unserer Gesellschaft gefährdet

Hannovers Diakoniepastor warnt vor reiner Kosten-Nutzen-Rechnung im Gesundheitswesen

“Diese Überlegungen gefährden den Grundkonsens unserer Gesellschaft.” Vehement wehrt sich Hannovers Diakoniepastor Walter Lampe dagegen, medizinische Leistungen künftig von Einkommen und Alter der Patienten abhängig zu machen.

“Wenn junge Menschen Hochbetagten die Gesundheitsstandards verweigern, die ihnen selbstverständlich sind, verabschieden sie sich egoistisch aus der solidarischen Generationengemeinschaft”, wirft der Leiter des Diakonischen Werkes Stadtverband Hannover Politikern wie Philipp Mißfelder vor.

In der Äußerung des Vorsitzenden der Jungen Union sieht Lampe keine unüberlegte Einzelmeinung. Vielmehr bezeichne sie einen Trend in der Diskussion über die Gesundheitsreform: “Dabei wird erschreckend deutlich, dass auch diese Reform vorwiegend nach dem Motto diskutiert wird: Was darf das Ganze kosten?” Er weiß auch den Grund: “Das Durcheinander in der sozial-politischen Diskussion hat seine wesenliche Ursache darin, dass ethische Grundsätze keine Rolle spielen.”

Dabei biete sich die Goldene Regel der Bergpredigt – “Alles, was du willst, dass dir die Menschen tun, das tue ihnen auch” – doch als Grundlage allen politischen Handels an, so der Diakoniepastor.

Gerade die Achtung der Menschenwürde und das christliche Menschenbild, nach dem jeder Mensch ein Recht auf Zukunft und Zuwendung hat, sollten bei der Reform des Gesundheitssystems die Zielvorstellungen bestimmten. Nach seiner Einschätzung werde mittelfristig kein Weg an einer Bürgerversicherung vorbei führen, um die Versorgung zu sichern. “Wenn jeder unabhängig von seiner finanziellen Ausstattung notwendige Gesundheitsleistungen erhalten soll, dann muss konsequenterweise jeder auch entsprechend seines Einkommens zu diesen Gesundheitsleistungen beitragen. Alle zahlen von allem für alle”, hält Walter Lampe für die gerechteste Lösung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Lampe, dass die Abhängigkeit der Finanzierung der Sozialsysteme vom Lohn aufgehoben wird und der demografische Wandel Berückichtigung findet: “Bei der Bürgerversicherung kann sich niemand aus der Verantwortung und Solidarität herausmogeln.”

Kein anderes Problem in der Gesellschaft betreffe jeden Menschen so existentiell wie die Frage nach der Zuverlässigkeit unseres Gesundheitssystems. “Jeder muß die Gewissheit haben können, dass für ihn das medizinisch Notwendige getan wird”, fordert Lampe. “An der Lösung dieses Problems entscheiden sich die Glaubwürdigkeit und die Handlungsfähigkeit unseres demokratischen Systems.”






© 1998-2010
Evangelisch-lutherischer Stadtkirchenverband Hannover
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Hanns-Lilje-Platz 3, 30159 Hannover
fon (+49) 0511 - 301876-16, Joachim Stever
fax (+49) 0511 - 3681358

Kontakt & Impressum