09. September 2003
Die Schulreform - Fortschritt oder Rückschritt?
TV-Live-Talk Nahaufnahme nimmt das neue Schulsystem unter die Lupe
Nichts hatte die neue niedersächsische CDU/FDP-Landesregierung eiliger, als eine grundlegende Veränderung des Schulsystems in Niedersachsen. Rund vier Monate nach Amtsantritt der Koalition war das neue Schulgesetz bereits im Juni verabschiedet. Doch wo ihre Vertreter von Reform sprechen, befürchten Kritiker einen Rückschritt in altbackene Selektionspädagogik.
Besonders die Befürworter von integrativem Unterricht meinen, dass der Fördergedanke der 70er Jahre ins Vergessen gerät und somit Kinder aus sozial schwachen Familien oder ausländischer Herkunft kaum noch die Chance zu einer höheren Schulbildung bekommen.
Umgekehrt erhoffen sich die Verfechter der Reform eine höhere Qualität des Unterrichts, die mit einer klareren Gliederung und früheren Selektion unterschiedlicher Begabungen zu erreichen sei: Abitur nach zwölf Jahren, Abschaffung der Orientierungsstufe und Empfehlung für weiterführende Schulen ab der fünften Klasse sind die markanten Eckpfeiler dieser Schulpolitik.
In den Schulen gehen die Lehrer bereits an die Umsetzung der Reform, doch die Unsicherheit bei ihnen, Eltern und Schülern ist nach wie vor groß. Die Fernsehtalkshow “Nahaufnahme” wird sich daher in ihrer September-Ausgabe mit den weit greifenden Änderungen in Niedersachsens Schullandschaft beschäftigen: "Die Schulreform - Fortschritt oder Rückschritt?” ist das Thema der Sendung des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbands aus dem Studio des Stadtsenders H1. Das einstündige Streitgespräch wird am Montag, 15. September, ab 19 Uhr live ausgestrahlt.
Karl-Heinz Klare wird als stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender die Hintergründe der Reform erläutern und das ehrgeizige Projekt gegen Kritik verteidigen. Die ist zu erwarten von Ina Korter, der bildungspolitischen Sprecherin von Bündnis 90/die Grünen. Auch Gitta Franke-Zöllmer, Landesvorsitzende im Verband Bildung und Erziehung, sieht das neue Schulgesetz skeptisch. Hans-Jürgen Vogel, neuer Vorsitzender des Landeselternrates, erhofft sich vom veränderten Schulwesen nicht zuetzt wegen der durch Elternproteste errungenen Korrekturen Verbesserungen in der Unterrichtsqualität.
Neben der Talkrunde, die Christine Rettig moderiert, wird Moderator Dirk Stelter mit Vertretern verschiedener Schulen und der Verwaltung sprechen, die das Gesetz jetzt zum "Nulltarif", also ohne zusätzliche Landesgelder, und äußerst zügig umsetzen muss.
Die Sendung wird am Montag, 15. September um 19 Uhr im Stadtfernsehen H1 (Sonderkanal S11) ausgestrahlt und am selben Abend ab 21 Uhr, sowie am darauf folgenden Sonnabend, 20. Septemberi, ab 19 Uhr wiederholt. Publikum ist herzlich willkommen, Besucher sollten bis 18.45 Uhr am Georgsplatz 11 im H1-Studio eintreffen.
|