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11. September 2003
Mit Rücklagen für unsichere Zukunft gerüstet

Kanzleichef Hacke mahnt zum Maßhalten beim Griff ins Guthaben

Mit grundlegenden Informationen zur Finanzsituation des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover wurden die Delegierten aus den Gemeinden während der Sitzung des Stadtkirchentages ausgestattet.

Angesichts der Spar-Diskussionen in Stadt und Land, bei sozialen und diakonischen Aufgaben ihre Beteiligungen ganz zu streichen oder teilweise zu reduzieren, legte der Leiter der Stadtkirchenkanzlei, Oberkirchenrat Christian Hacke, einen fundierten Überblick über die Rücklagen des Verbandes vor. Nachdrücklich warnte der Chef der kirchlichen Verwaltungsstelle davor, diese Reserven mehr als unbedingt nötig anzutasten, um für die unsichere Zukunft gerüstet zu bleiben.

Zudem sei ohnehin nur ein Teil der Reserven frei verwendbar, stellte Hacke klar. Denn sowohl die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtrücklagen – zum Beispiel zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Verbandes – als auch die zweckgebundenen Rücklagen – ähnlich wie Stiftungen nur für einen streng umrissenen Aufgabenbereich einsetzbar – dürften nicht für allgemeine Aufgaben und Investitionen angetastet werden.
Diese könnten nur aus den freien Rücklagen finanziert werden, erläuterte Christian Hacke.

Im gleichen Atemzug appellierte er an die Mitglieder des Parlamentes, diese Möglichkeit nicht über Gebühr zu strapazieren oder das Angesparte gar als Notnagel dafür zu nutzen, um Ausfälle von Kooperationspartnern – zum Beispiel im Bereich der Kindergärten, der Jugendarbeit oder bei Arbeitslosenprojekten – auffangen zu wollen. Es dürften der Kirche ohne staatliche Mithilfe keine neuen Verpflichtungen auf Dauer übertragen werden.

“Wir wissen nicht, wie schwer die Zeiten noch werden”, mahnte Hacke zum vorsichtigen Umgang mit den Ressourcen. Zudem könne sich der Verband nur mit den aus den Rücklagen erwirtschafteten Zinsen immer noch einen kleinen finanziellen Spielraum erhalten, ergänzte Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann. Der sei nötig, um dem Stadtkirchentag unter dem Vorsitz von Professorin Roseline B. Forch weiterhin Gestaltungsmöglichkeiten für die kirchliche Arbeit in Hannover, Garbsen und Seelze zu erhalten.

Dass der Stadtkirchenverband nicht gänzlich auf einen Griff in die Guthaben verzichtet, machen die aktuellen Investitionen deutlich, für die erhebliche Mittel erforderlich sind. Als größte Brocken benennen Roseline Forch und Christian Hacke die beiden Bereiche Jugendarbeit und Diakonie als Dienst am Menschen.

Dabei summieren sich die Beteiligungen des Stadtkirchenverbandes auf mehr als 1,8 Millionen Euro, wobei für die Jugendkirche 370 000 Euro, für das Jugendheim Eichenkreuzburg 410 000 Euro und für den Umbau des Hauses der Evangelischen Jugend rund 365 000 Euro aufgewendet wurden und werden sollen. Die aktuellen Projekte im Bereich der Diakonie erfordern Investitionen mit einem Umfang von rund 700 000 Euro.

Roseline B. Forch betonte abschließend, dass diese Investitionen das erhebliche Engagement des Verbandes für die Arbeit mit jungen Menschen sowie für Benachteiligte, Alte und Pflegebedürftige eindringlich deutlich machen. (js/11.IX.2003)






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