06. Oktober 2003
Schweigemarsch zum Gottesdienst in der Marktkirche
Hannover gedenkt der Opfer und der Zerstörung in der Bombennacht vom 8. Oktober 1943
„Nach dem 8./9. Oktober 1943 war Hannover nicht mehr das Hannover, das wir kannten. Diese Nacht hat sich in unseren Köpfen eingeprägt“, erinnern sich viele HannoveranerInnen, die in dieser Zeit hier lebten. Die Nacht gilt als Höhepunkt des alliierten Luftkrieges auf die Stadt: 3.000 Sprengbomben und 258.000 Brandbomben verwüsteten rund zehn Quadratkilometer des Stadtgebietes. Bei dem Angriff wurden 1.245 Menschen getötet, 250.000 wurden obdachlos. Die Bombennacht gehörte zu den schwersten Luftangriffen auf Hannover.
Hannover ist die Stadt, die im Vergleich mit anderen zerbombten Städten weitaus deutlicher ihre Identität verloren hat. Während viele Städte ihr altes Stadtbild retten konnten, brannte die Innenstadt - auch wegen der vielen von Holz geprägten Fachwerkhäuser - komplett aus.
Der Zerstörung der Stadt im Oktober 1943 wird am Mittwoch, 8.Oktober in mehreren Kirchen der Innenstadt sowie im Neuen Rathaus in besonderer Weise gedacht. In der Pauluskirche, Meterstraße, gestaltet ab 19.30 Uhr der bekannte Schriftsteller und Theologe Professor Detlev Block die Gedenkfeier. In der Kirche ist außerdem eine kleine Ausstellung mit Bildern und Zeitdokumenten zu sehen.
An der Gartenkirche, Marienstraße, und an der Römisch-katholischen St. Clemenskirche, Am Kanonenwall/Goethestraße, treffen sich Interessierte um 20.30 Uhr, um anschließend gemeinsam zum Neuen Rathaus zu gehen.
Um 21 Uhr sprechen dort Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und der Vertreter der Anglikanischen Kirche, der Dean von Bristol Robert Grimley. Im Anschluss führt ein Schweigemarsch mit Lichtern über die Oster- und Breite Straße vorbei am hannoverschen Mahnmal Aegidienkirche zur Marktkirche.
Gegen 22 Uhr wird dort ein ökumenischer Gedenkgottesdienst gefeiert – gestaltet von Stadtsuperintendenten Wolfgang Puschmann, Propst Klaus Funke, Herbert Schmalstieg und Robert Grimley. Die musikalische Begleitung übernimmt der Bachchor unter der Leitung von Jörg Straube. Es sind Motetten von Max Reger und Johann Sebastian Bach zu hören.
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