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10. November 2003
Der Reformator im Popcornkino

TV-Live-Talkshow Nahaufnahme diskutiert den neuen Lutherfilm

Kirchengeschichte als Kinoereignis verspricht der neue Luther-Film mit Starbesetzung und rasantem Erzähltempo. „Shakespeare in Love„-Star Joseph Fiennes spielt den Reformator als leidenschaftlichen jungen Mann, der dem Willen Roms trotzt und mit seinen theologischen Ideen den Grundstein für eine neue Kirche legt.

Doch der Historienfilm ist umstritten, auch unter Christen und Cineasten. An vielen Stellen historisch nicht korrekt und stark vereinfachend, stilisiere der Streifen den Reformator zum Popstar, meinen Kritiker. Regisseur Eric Till, der zuletzt einen Film über Dietrich Bonhoeffers Leben drehte, hat klar auf emotionale Wirkung und einfache Botschaften gesetzt.

Für viele ist der Film daher ein ideales Medium, um junge Leute für Kirchengeschichte und Glaubensinhalte zu interessieren. Kritiker sehen in ihm jedoch eher Flachware fürs Popkornkino, die mit mangelndem theologischen und filmischen Tiefgang nur kurzweilige Wirkung verspricht.

Doch hochrangige Christen wie die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann empfehlen den Besuch des Films, und die Evangelische Kirche in Deutschland hat ganze Vorstellungen für ihre Mitarbeiter eingekauft.

Die Fernsehtalkshow Nahaufnahme wird in ihrer November-Ausgabe in die Kontroverse einsteigen. „Luther im Film – der große Reformator heute“ ist das Thema der TV-Sendung des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbands aus dem Studio des Stadtsenders H1. Das einstündige Streitgespräch wird am Montag, 17. November, ab 19 Uhr live ausgestrahlt.

Der Film soll aber auch ein Anlass sein, in der Talkshow über die Bedeutung Luthers heute zu sprechen und über die Vermittelbarkeit religiöser Inhalte im Medium Film.
Als großer Kenner Luthers wird Horst Hirschler, ehemaliger Landesbischof und heutiger Abt des Klosters Loccum, in der Talkrunde sitzen.

Wolfgang Hußmann, Leiter der Diözesan-Medienstelle im Bistum Hildesheim und stellvertretender Vorsitzender der Katholischen Filmkommission wird auch über die katholischen Figuren des Films sprechen. Sie sind in dem Historienepos als raffgierige und machtgeile Schurkenfiguren karikiert. Trotzdem will Hußmann den Film im kommenden Frühjahr in das Verleihrepertoire seiner Medienstelle übernehmen.

Weitere Talkgäste sind Torsten Gladrow aus der Leitung der hannoverschen Raschplatzkinos sowie Dietmar Adler, evangelischer Pastor und Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Film.

Die Sendung moderieren Christine Rettig und Pastor Dirk Stelter.

Nahaufnahme wird am 17. November um 19 Uhr im Stadtfernsehen H1 (Sonderkanal S11) ausgestrahlt und am selben Abend ab 21 Uhr sowie am darauf folgenden Sonnabend, 22. November, ab 19 Uhr wiederholt. Interessiertes Publikum ist herzlich willkommen, die Sendung im Studio live mitzuerleben. Besucher sollten allerdings bis 18.45 Uhr am Georgsplatz 11 im H1-Studio eintreffen.






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