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08. Oktober 2004
Wird ein Studium zum Luxus?

Nahaufnahme debattiert über die Einführung von Studiengebühren

Seit Mitte der 60er Jahre zahlen deutsche Studenten keine Studiengebühren mehr. Das könnte sich ändern, wenn die Klage einiger Länder vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg hat. Am 9. November wird entschieden, ob die Länder künftig nach eigenem Ermessen Hochschulgebühren erheben dürfen. Bislang schließt das Hochschulrahmengesetz das aus.

Von 500 Euro pro Semester und Student ist in Niedersachsen die Rede, also eine nicht unerhebliche Belastung für künftige Studentengenerationen. Langzeitstudenten oder solche, die ein Zweitstudium absolvieren, zahlen diesen Betrag heute schon.

Im Vorfeld der Gerichtsentscheidung wird die Nahaufnahme, die TV-Sendung des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbands aus dem Studio des Stadtsenders H1, am Montag, 18. Oktober, in die Gebührendebatte einsteigen. „Luxus Studium – wer kann sich das noch leisten?“ ist das Thema der einstündigen Talksendung, die ab 19 Uhr live übertragen wird. Es moderieren Christine Rettig und Pastor Dirk Stelter.

Talkgäste in der Runde sind Staatssekretär Josef Lange aus dem niedersächsischen Ministerium für Wissen-schaft und Kultur als klarer Befürworter von Studiengebühren.

Auch Ludwig Schätzl ist als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz und Universitätspräsident in Hannover dafür, unter der Bedingung, dass die Gebühren den Hochschulen zusätzlich zur Verfügung stehen und nicht zu Etatkürzungen führen.

Martin Laehnemann, Sozialwissenschaftler und Hochschulforscher, plädiert gegen die Gebühren. Schon jetzt entscheide die soziale Herkunft maßgeblich, wer sich ein Studium leisten könne. Diese Situation würde sich mit den Gebühren verschärfen, meint Laehnemann.

Auch Harald Bremer vom Evangelischen Hochschulpfarramt sieht der möglichen Einführung von Studiengebühren kritisch entgegen. Aus seiner seelsorgerlichen und bera-tenden Erfahrung weiß er, dass Studenten heute schon unter einem erheblichen materiellen Druck stehen.

Neben der Talkrunde wird es wieder Einzelinterviews zu besonderen Aspekten des Themas geben: Eberhard Hoffmann, Leiter des Studentenwerks Hannover, wird über die Fördermöglichkeiten für Studenten, auch nach einer Einführung von Studiengebühren sprechen.

Asta-Vertreterin Ilseken Roscher, die selber jetzt schon für ihr Zweitstudium Gebühren zahlen muss, vertritt die Position der Asta, außerdem werden ausländische Studierende über die Studiensituation in ihren Heimatländern berichten.

Nahaufnahme wird am 18. Oktober ab 19 Uhr im Stadtfernsehen H1 (Sonderkanal S11) ausgestrahlt und am selben Abend ab 21 Uhr sowie am darauf folgenden Sonnabend, 23. Oktober, ab 19 Uhr wiederholt. Interessiertes Publikum ist herzlich willkommen, die Sendung im Studio live mitzuerleben. Besucher sollten bitte bis 18.45 Uhr am Georgsplatz 11 im H1-Studio eintreffen.






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