12. Oktober 2006
Kirchenasyl mündet in Duldung
Schülerin genießt wieder ihre Freiheit
Mit einer unerwarteten Wendung endete das Kirchenasyl einer 18-jährigen Schülerin. Die junge Frau hatte sich vor einer Woche in die Athanasiuskirche geflüchtet, um einer drohenden Abschiedung in ihr islamisches Herkunftsland zu entgegen. Am Donnerstag nachmittag konnte die junge Frau zu ihrer Familie zurückkehren. „Wir sind sehr glücklich über diese Entwicklung. Unsere Gebete sind erhört worden“, sagt Pastor David Geiß, der der Schülerin in seiner Kirche Schutz gewährte.
Grundlage für das plötzliche Ende des Kirchenasyls ist eine neue rechtliche Sachlage, von der die Region Hannover Pastor Geiß und den Unterstützerkreis für das Kirchenasyl am frühen Nachmittag unterrichtete. Als Konsequenz erhielt die 18-Jährige die schriftliche Bestätigung ihrer Duldung, mit der sie sich nun wieder frei bewegen kann. Eine Abschiedung droht ihr derzeit nicht. „Wir freuen uns mit ihr und für sie“, kommentiert Geiß den erfolgreichen Ausgang der gemeinsamen Bemühungen.
„Wir sind sehr erleichtert“, freut sich auch Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann. Er hatte das Kirchenasyl mit Nachdruck verteidigt.
Die Eltern der Schülerin gehörten im Heimatland der Familie nach eigenen Angaben zur verfolgten Opposition und sind in Deutschland geduldet. Die 18-Jährige hat sich in Deutschland gegen das Regime in ihrem Herkunftsland engagiert und fürchtet für den Fall einer Abschiebung massiv um Leib und Leben.
|