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10. Juni 2007
Bischofsbesuch in Herrenhausen

Südafrikanischer Geistlicher berichtet über Veränderungen nach dem Ende der Apartheid

Bischof Ditlhale

Gelegenheit zu einer besonderen partnerschaftlichen Begegnung mit Christen aus Südafrika ist am Sonntag, 10. Juni, im Herrenhäsuer Gemeindehaus, Hegebläch 18. Gegen 16 Uhr wird dort Bischof Ditlhale erwartet, der aktuell mit seiner Ehefrau die hannoversche Landeskirche bereist.

In seinem Vortrag (ab 16.15 Uhr) wird der geistliche Gast auf die Frage antworten: "Wie hat sich das Leben der Menschen in meiner Diözese nach dem Ende der Apartheid verändert?" Im Abschluss ist eine Aussprache geplant, bevor der Besuch in Herrenhausen ab 18.30 Uhr mit einem Imbiss ausklingt.

Bis Ende Juni ist der südafrikanische Bischof auf Einladung von verschiedenen Partnerschaftsgruppen sowie dem evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) in der Landeskirche unterwegs.

Bischof Ditlhale steht einer der sieben Diözesen der Evangelisch-lutherischen Kirche im südlichen Afrika vor. Ursprünglich als Koch ausgebildet, studierte er Theologie und wurde nach verschiedenen Gemeindediensten in seiner Diözese und einem längeren Aufenthalt in der USA 2003 zum Bischof der Westdiözese gewählt.

Die Westdiözese besteht aus insgesamt sieben Kirchenkreisen mit rund 170000 Gemeindegliedern und mehreren hundert Gemeinden. Sie liegt zum größten Teil in der Nordwestprovinz der Republik Südafrika und geht auf die Arbeit der Hermannsburger Mission zurück. Sie hat damit seit 150 Jahren enge Beziehungen mit der Landeskirche Hannovers.

Die ländlich geprägte Westdiözese steht vor enormen Herausforderungen, weil Unterentwicklung und Armut groß sind und insbesondere die HIV/Aids-Epidemie um sich greift. Von den rund 3,1 Millionen Einwohnern der Nordwestprovinz ist nahezu jeder Dritte HIV-positiv. Darüber hinaus erlebt das Gebiet der Westdiözese große, soziale Umwälzungen, weil sich mit Verstädterung, Landflucht, Modernisierung, Verwestlichung und wirtschaftlichem Wachstum das Leben in der Diözese verändert. Waren in der Vergangenheit Tradition und dörfliche Bindung ausschlaggebende Faktoren für die Menschen, versucht man nun sein Glück in der Stadt und wird doch immer wieder Opfer von Individualisierung und wirtschaftlicher Ausbeutung.

Die Diözese reagiert auf alle diese Herausforderungen mit einer Reihe von verschiedenen Programmen. Besonders entwickelt sind Stipendienfondprogramme, die insbesondere HIV/Aids-Waisen zugute kommen und von deutschen Partnerschaftsgruppen gefördert werden.

Darüber hinaus legt Bischof Ditlhale seinen Arbeitsschwerpunkt auf die Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, dweil die immer noch wachsende Diözese zunehmend mit einem größer werdenden Pastorenmangel fertig werden muss.

Zwischen den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen der Landeskirche Hannovers und der Westdiözese gibt es eine Reihe von engen partnerschaftlichen Beziehungen, die schon seit Jahrzehnten bestehen. So unterhält der Amtsbereich West des Stadtkirchenverbandes Hannover eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Tlhabane.

Ferner gibt es Partnerschaftsbeziehungen zwischen dem Kirchenkreis Peine und dem Kirchenkreis Borwa II sowie dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen und dem Kirchenkreis Odi in der Westdiözese.

Alle diese Partnerschaftsbeziehungen sind geprägt von einem intensiven, jahrelangen, persönlichen Austausch auf Kirchenkreis- und Gemeindeebene.

Ob in Südafrika oder in Deutschland, ob in Hannover oder in Tlhabane, man kennt sich und ist seit Jahren gemeinsam auf dem Weg. So ist denn auch beabsichtigt, dass der Besuch des Bischofs die bereits bestehenden Partnerschaftsbeziehungen weiter stärkt und fördert.






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