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07. Oktober 2007
Festival des Kopf-Kinos

10. Fest der Erzählkunst in der Markuskirche

Bereits zum 10. Mal läuft in der Markuskirche am Lister Platz das Festival der Erzählkunst. Unter dem Motto „Orient und Okzident“ präsentieren hochwertige Bühnenkünstler vom 2. bis 7. Oktober leise und laute Töne, frei erfundene Geschichten und überlieferte Märchen, ausladende Gestik oder stille Bewegungen. Eines ist allen Künstlern gemeinsam: Ohne Buch, Verkleidung oder Bühnenbild, allein durch das gesprochene Wort, werden die Geschichten lebendig. Erzähltheater mit Heinrich Heine, Jüddische Erzähltradition mit Klezmermusik, ein orientalisches Märchenmenü und die kultige Erzählnacht zeigen Erzählkunst in allen Facetten. Infos und Reservierungen: 0511/6659 38 oder im Internet unter www.erzaehlfest.de/Hannover/

Wie Alles begann

Märchen erzählen von Entwicklung und Verwandlung - und so steht auch das Erzählfest unter dem steten Zeichen der Veränderung. Hochwertige Autoren konnten gewonnen werden, um in Vorträgen ihre Märchenbücher vorzustellen. Das Erzählmusical mit dem Kindergartenchor ersetzt den Familiennachmittag. Das Erzähltheater kam als neue Kunstform dazu, und erstmalig gibt es in diesem Jahr ein Märchenmenü in der Markuskirche. Als absolute Höhepunkte haben sich das Erzählmusical, die Erzählnacht und der märchenhafte Familiengottesdienst etabliert.

Den Veranstaltern ist es ein besonderes Anliegen, hochwertige Künstler zu präsentieren, die den Reichtum der Erzählkunst mit all seinen Facetten deutlich machen. Da gibt es leise und laute Töne, frei erfundene Geschichten und überlieferte Märchen, ausladende Gestik oder stille Bewegungen. Doch eines ist allen Künstlern gemeinsam: ohne Buch, Verkleidung oder Bühnenbild, allein durch das gesprochene Wort, werden die Geschichten lebendig. Vor den Augen der Zuhörer entstehen dichte Wälder, heldenhafte Abenteurer, goldene Schlösser, couragierte Königskinder und sprechende Tiere. Das Publikum bangt mit den Helden, hofft und träumt. Die Erzählfeste in der Markuskirche verbinden anspruchsvolle Kunst mit Unterhaltung und geben damit ein Beispiel, dass sich in der heutigen Zeit auch leise Töne erfolgreich etablieren können.

Das Programm 2007

In diesem Jahr feiert das Erzählfest sein 10-jähriges Bestehen und bietet erneut ein buntes Programm: Vom 2. bis 7. Oktober verwandelt sich die Markuskirche in das Reich der Fantasie, in dem alles möglich wird und Wünsche Wirklichkeit werden.

Unter dem Motto „Orient und Okzident“ zeigt das 10. Festival der Erzählkunst nicht nur den Reichtum der Erzählkunst, sondern baut auch Brücken zwischen den Welten des Morgen- und Abendlandes.

Zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 2.Oktober, ab 19 Uhr bereichert Jörn-Uwe Wulf aus Hamburg das orientalische Märchenmenü mit seinem Geschichtenzyklus „Der Ring der Liebe“. Es handelt von der Prinzessin Turandot, die nicht heiraten wollte. Mit Bravour gelingt es Wulf, Märchen und Gegenwart miteinander zu verschmelzen und die orientalische Erzähltradition lebendig zu machen.

Am Mittwoch, 3.Oktober, ab 15 Uhr präsentiert sich das Erzählmusical „Dona der Froschprinz“. Der Kindergartenchor unter Leitung von Marko Back, der Musiker Johannes Begemann mit Band und der Erzähler Reinhard Krüger machen diesen Nachmittag zu einem gigantischen Familienereignis. Das hatten sich die Eltern für ihren Sohn anders vorgestellt: Dona hat darauf eine kurze Antwort: „Quak, hicks, macht doch nix.“

Um 20 Uhr wird es am Mittwoch ketzerisch mit „Heinrich Heine – Zahnweh im Herzen“ vom Erzähltheater wortspektakel. Heine flucht und flüstert, spottet und höhnt, träumt und droht. Seine sprachlichen Attacken auf die Menschheit im Allgemeinen und die Deutschen im Besonderen sind beinahe zärtlich und doch voller Zynismus. Ein treffliches Programm zum Tag der deutschen Einheit.

Am Donnerstag, 4. Oktober, kommt um 20 Uhr die Erzählerin Christiane Willms aus Stuttgart in die Markuskirche und führt mit „Wenn der Rebbe tanzt“ in die Welt der jüdischen Erzähltradition. Stimmungsvoll begleitet sie Nikola Milosavljevic am Akkordeon mit Klezmermusik.

Der Freitag, 5. Oktober, ist wieder für „Wissenswertes über Märchen“ reserviert. Der Autor und
Theologe Dr. Martin Bauschke aus Berlin sinniert in »Das verlorene Paradies oder
was Frauen zum Wahnsinn treibt« über den Mythos vom Sündenfall und das Märchen
vom Fischer und seiner Frau.

Die kultige Erzählnacht am Sonnabend, 6. Oktober, von acht bis
Mitternacht präsentiert fünf Erzählkünstler, die mit ihrer Individualität und ihrem Können
die Zuhörer in ihren Bann ziehen.

Der märchenhafte Familiengottesdienst am Sonntag, 7.Oktober ab 10.30 Uhr mit seinen vielfältigen Erlebnissen beschließt das 10. Festival der Erzählkunst.

Wie alles begann:
Ein märchenhafter Dezember 1996 auf dem Weihnachtsmarkt List. Die Märchenerzähler Jana Raile und Gerhard P. Bosche suchten einen passenden Ort, um ihre Erzählkunst zu präsentieren. Die Markuskirche mit ihren vielen kulturellen Veranstaltungen bietet sich an. Pastor Sauppe ist begeistert: „Wir haben selbst einen Märchenerzähler in der Gemeinde. Gehen Sie ruhig zu ihm.“ Gesagt – getan. Die Erzähler wurden mit offenen Ohren empfangen und bald schon schlugen drei Herzen im Gleichtakt: Raile, Krüger und Bosche. Sie überlegten und planten, planten und träumten. Viele Ideen flossen zusammen und bald stand fest: am 1. Oktoberwochenende 1997 wird das 1. Märchen-Erzählfest aus der Taufe gehoben.

Aktive Kindergarteneltern schenkten ihren bedingungslosen Einsatz: Das Gemeindehaus verwandelte sich mit märchenhaften Dekorationen ins „Haus der Märchen“ und gab Raum für zwölf Erzählveranstaltungen für Jung und Alt. Der Kindergarten der Markuskirche, der nur 200 m vom Gemeindehaus entfernt ist, wurde zum „Haus der Begegnung“ mit märchenhaften Spielmöglichkeiten, Sinneserlebnissen, Kreativaktionen und dem Märchencafé. Und mitten drin die Markuskirche, als Zentrum für Erzählkunst. Goldene Kronen auf dem Gehsteig dienten als Wegweiser zwischen den Häusern.

Das 1. Erzählfest übertraf alle Erwartungen der Veranstalter: In drei Tagen kamen 900 große und kleine Menschen, um sich von der Kunst des Erzählens verzaubern zu lassen. Weitere 600 Kinder wurden in Kindergärten und Schulen in die magische Welt der Märchen entführt. Begeisterung ringsum: Kronengeschmückte Häupter, leuchtende Augen, offene Ohren und pure Faszination erfüllten das 1. Erzählfest. Ein Fest, das der Fantasie Raum gibt, Kreativität fördert und eigene Bilder im Kopf der Zuhörer entstehen lässt.

Nach diesem Erfolg war sicher: das 1. Erzählfest war nicht das letzte. Zur Expo 2000 erweiterte sich das Erzählfest in Zusammenarbeit mit dem evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband: In vierzehn Kirchen wurden themenbezogene Erzählveranstaltungen angeboten. Weitere Erzählfeste wurden von den Kinderpflegeschüler/innen der Anna-Siemsen-Schule mit kreativen Aktionen bereichert.






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