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26. September 1999
Suche nach der Stille in der Stadt

Seit 15 Jahren Mittagsgebet in der Marktkirche

Mittags mitten in der City: Ein schnelles Fischbrötchen beim Weitergehen, eine Currywurst am Stehimbiß, ein Stück Pizza auf die Hand: Der Magen ist gefüllt. Doch worauf hat die Seele Hunger? Vielleicht auf eine bißchen Zeit zum Anhalten, auf ein paar Minuten Ruhe zum Aufhorchen, zum Zuhören und zum Beten. Die Suche nach der Stille im pulsierenden Leben der Großstadt: Einmal in der Woche bietet das Mittagsgebet in der Marktkirche diesen Ruhepol mitten in der City.

Für Menschen, die sich Zeit für sich nehmen, die im Trubel der Geschäftigkeit eine Pause machen, die mitten in der Stadt, mitten in der Woche und mitten in allen unerledigten Vorhaben Gott und seinem Wort eine Chance geben.

Seit inzwischen 15 Jahren treffen sich Menschen mittwochs mittags um 12.30 Uhr im Seitenschiff der Marktkirche. Trotz deren
beeindruckender Größe schaffen dort der Stuhlkreis um die Holzplastik „Jesus stillt den Sturm“ von Otto Flath, ein Kerzenleuchter und ein schlichtes Holzkreuz einen kleinen meditativen Raum.

Nicht alle mittäglichen Besucher der Marktkirche kommen in den Stuhlkreis. Sie verweilen im weiten Kirchenraum, doch die Ausstrahlung des Mittagsgebetes erreicht sie auch dort.

Willkommen ist jeder. Mit Einkaufstüte oder Aktenkoffer, beim Stadtbummel oder im Terminstreß, in Urlaubslaune und in Alltagshektik: Eine freundliche Begrüßung, ein gemeinsames Lied, ein Bibelwort mit kurzer Auslegung führt die Menschen zusammen zum Gebet.

Dabei werden auch - stellvertretend für alle - Gebete von den Gebetswänden in der Marktkirche einbezogen, in denen Fürbitte und Dank, Freude und Klage formuliert sind. Mit einem Segen und einem Lied klingt das Mittagsgebet aus, doch die besondere Atmosphäre der Kirche mitten in der City läßt nicht alle gleich los.

Getragen wird das Mittagsgebet seit anderthalb Jahrzehnten ehrenamtlich von einer Gruppe von Frauen aus dem gesamten Bereich des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes
Hannover.

Die Idee, in der Stadt einen Raum für Einkehr und Stille offen zu halten, entstand beim Kirchentag 1983 in Hannover. In der Marktkirche, geschätzt wegen ihrer zentralen Lage, fand der Kreis einen geeigneten Rahmen und ist bis heute sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.

Nur folgerichtig ist es daher, daß auch das 15jährige Bestehen des Mittagsgebetes mit einem festlichen Gottesdienst in der Marktkirche gefeiert wird, und zwar am Sonntag, 26. September 1999, ab 10 Uhr. (js)






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