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14. September 1997
„Schutz, Aufsicht, Pflege und Nahrung“

Festwoche zum 125jährigen Bestehen des Kindergartens Kleefeld

Einer der ältesten Kindergärten in Hannover feiert Jubiläum: Vor 125 Jahren wurde die Kindertagesstätte der ev.-luth. Petri-Gemeinde in Kleefeld gegründet. Dieses Ereignis soll vom 14. bis 20. September während einer Festwoche mit vielen kleinen und großen Gästen gebührend gefeiert werden.

Im Geburtsjahr von Roald Amundsen – der Norweger erreichte 1911 als erster Mensch den Südpol – wurde 1872 in der Bürgerschule 7 am alten Dohmeyers Weg die Warteschule ins Leben gerufen. Die Frau eines Lehrers betreute die zwei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen. Ihnen wurde ganztägig gegen ein geringes Entgelt „Schutz, Aufsicht, Pflege und Nahrung“ gewährt, wie es in alten Dokumenten heißt.

Erst sieben Jahre später wurde an der Kapellenstraße ein eigenes Gebäude für die Warteschule errichtet, das nach einigen An- und Umbauten noch heute genutzt wird. Im neuen Haus übernahm Anna Nordmann die Leitung. Die Diakonisse vom Henriettenstift hatte dort ihre Lebensaufgabe gefunden. Sie blieb der Einrichtung bis zu ihrem 75. Lebensjahr treu. Erst 1928 wurde sie verabschiedet.

Für Kontinuität sorgten die Schwestern Berta und Johanne Lange, die bis in die 50er Jahre an der Kapellenstraße arbeiteten und unter dem Dach ihre Wohnung hatten.

Sie waren es auch, die den Kindergarten durch die unruhigen Jahre zwischen 1933 und 1945 führten. Trotz aller Bemühungen der Nationalsozialisten, die Betreuung der Kinder unter ihren Einfluß zu ziehen, blieb dieses Haus unabhängig. Im Zuge des Kampfes der Kirche um dessen Eigenständigkeit übernahm die Petri-Gemeinde 1943 die Trägerschaft. Einen partei- und regimekonformen Kindergarten gab es allerdings auf dem Nachbargrundstück.

Heute gibt es in der von Petra Voigt geleiteten Kindertagesstätte vier Gruppen für 80 Mädchen und Jungen: Zwei Halbtagsgruppen am Vormittag, eine Ganztagsgruppe und eine Ganztags-Hortgruppe. Ihnen stehen das nach und nach erweiterte Haus sowie das großzügige Außengelände zur Verfügung. Draußen wurde für die Kinder über die Jahre immer mehr Platz geschaffen, und rechtzeitig zum Jubiläum wurden die Spielflächen grundlegend neu gestaltet. Im Zuge dieser Arbeiten gewann die Anlage durch neue Spielgeräte zusätzliche Attraktivität.

Die Geschichte des Kindergartens im Wandel der Zeiten ist in einer Ausstellung nachzuvollziehen, die zur Festwoche zusammengetragen wurde. Außerdem gibt es eine Chronik für 125 Groschen.

Die Jubiläums-Woche beginnt am Sonntag, 14. September, mit einem Festgottesdienst, ab 11 Uhr, in der Petri-Kirche. Ab 12 Uhr geht es im und am Kindergarten mit der Eröffnungsfeier (auch für den neuen Spielplatz) weiter. Bei diesem Gemeinde-Fest wird kleinen und großen Gästen viel geboten, unter anderem Spiele, Kaffee und Kuchen, Gelegenheit zum Mittagessen und ab 16.30 Uhr ein Theaterstück von Kindergarteneltern.

Am Montag, 15. September, öffnet die Kindertagesstätte zwischen 10 und 16 Uhr den Interessierten die Türen und gewährt so Einblicke in ihre alltägliche Arbeit. Am Nachmittag laden zwischen 15 und 17 Uhr Spiele aus alter Zeit zum Mitmachen und/oder Zuschauen ein. Dieses Angebot gibt es täglich zur gleichen Zeit bis Freitag, 19. September.

Der Donnerstag, 18. September, steht ganz im Zeichen einer Tagung für Fachschulen im Gemeindehaus an der Hölderlinstraße. „Aufwachsen in schwieriger Zeit“ hat Professor Dr. Ulrich Becker von der Universität Hannover sein Referat überschrieben, um das es an diesem Tag mit rund 200 Teilnehmern gehen wird.

Für Freitag ist ein Treffen ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant, bevor am Sonnabend, 20. September, die Festwoche mit Spielangeboten, Kaffee und Kuchen (von 14 bis 16 Uhr) sowie einer weiteren Aufführung des Eltern-Theaters ab 16 Uhr ausklingt. (js)






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