24. Oktober 1997
Auf der Suche nach Gott in der Stadt
Symposion zu „Ästhetik der Stadt und Profile des Glaubens“
„Welche Rolle kann die Gottesfrage in der Zukunftsentwicklung unserer Städte spielen?“ Auf diese Frage möchte Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski die Aufmerksamkeit lenken, wenn am Freitag und Sonnabend, 24. und 25. Oktober, das Symposion „Ästhetik der Stadt und Profile des Glaubens“ zu Vorträgen und Diskussionen mit namhaften und kompetenten Gästen einlädt.
Zwei Tage lang soll in der Remise der Üstra, Goethestraße 19, intensiv daran gearbeitet werden, die „Kirche als feste Größe in der Entwicklung einer menschlichen, sozialen und gerechten Stadt für alle sichtbarer zu machen“, umreißt Dannowski die Zielsetzung des Symposions und des Forums „Gott in der Stadt“.
Diese dreiwöchige Veranstaltungsreihe an der Marktkirche - bis Mittwoch, 29. Oktober, unter anderem mit Vorträgen, Konzerten, Gottesdiensten, Lesungen und Diskussionen – soll dazu beitragen, die Beschäftigung mit Gott wieder von einer privaten Erfahrung zu einer öffentlichen Sache zu machen. Dabei haben Realitäten und Utopien, Albträume und Wunschvisionen ihren Platz.
Mit einer Einführung des Stadtsuperintendenten beginnt das Symposion am Freitag, 24. Oktober, um 15 Uhr. Anschließen werden sich jeweils knapp dreiviertelstündige Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Publikumsbeteiligung.
Die ehemalige Berliner Kultursenatorin und Israel-Kennerin Dr. Anke Martiny wird die Reihe der Vorträge gegen 15.15 Uhr eröffnen. Unter dem Titel „Tel Aviv und Jerusalem – die zionistische Utopie der Stadt“ will sie die Auswirkungen des Bauhauses in Israel und dessen Verbindungen zur jüdischen Theologie erläutern.
Am Umbau der Berliner Innenstadt ist der Architekt Dr. Dieter Hoffmann-Axthelm beteiligt, der ab 17 Uhr über die „Funktionen des Zentrums im Rahmen des Stadtumbaus der Gegenwart“ sprechen wird.
Für den letzten Vortrag des ersten Tages konnte ein Theologe gewonnen werden, der als Experte in Sachen „Kirche in der Stadt“ gilt: Pfarrer Michael Göpfert aus München wird ab 19.30 Uhr über „Religion und Stadtentwicklung“ referieren.
Der Symposion-Sonnabend erlebt mit Dr. Günter Krusche zum Auftakt einen der profiliertesten Theologen der einstigen DDR. Der ehemalige Generalsuperintendent von Ost-Berlin und Brandenburg wird sich ab 9 Uhr „Stadtutopien aus biblischer Tradition“ widmen.
Soziale und Umweltfragen stehen ab 11 Uhr im Mittelpunkt des Vortrags von Professor Dr. Rainer Mackensen. „Gerechtigkeit in Neu-Babylon?“ ist der Beitrag des renommierten Berliner Soziologen überschrieben, der unter vielem anderen an der EKD-Denkschrift
„Menschengerechte Stadt“ mitgearbeitet hat.
Die Reihe der Vorträge endet mit „Stadtfriede – Religionsfriede – Gottesfriede“ ab 14 Uhr. Zu diesem Thema ist Dr. Wolfgang Grünberg, Professor für Praktische Theologie an der Universität Hamburg, eingeladen. Er setzt sich als Mitglied der Arbeitsstelle „Kirche und Stadt“ an der Uni Hamburg wissenschaftlich mit Problemen der Stadt auseinander.
Zusätzlich zu den Referenten werden kompetente Gesprächspartner in die Diskussionsrunden auf dem Podium eingreifen: Unter anderem Hauptpastor Helge Adolphsen (Hamburg), die Pastoren Günter Harig (Lübeck) und Hermann Geyer (Nürnberg), der Rundfunkbeauftragte Ralf Meister-Karanikas (Kiel), aus Hannover Stadtbaurätin Uta Boockhoff-Gries, die Historikerin Prof. Dr. Adelheid von
Saldern, der Sozialwissenschaftler Dr. Herbert Schubert, der EX-PO-Beauftragte Dr. Gerhard Wegner, die Bundestagsabgeord-neten Edelgard Bulmahn und Dr. Friedbert Pflüger sowie der Landtagsabgeordnete Erwin Jordan.
Während des Schlußplenums ab 16 Uhr soll ein Resümee des öffentlichen Symposions gezogen werden.
Für das Symposion bittet die evangelisch-lutherische Stadtsuperintendentur Hannover, Telefon (0511) 3643710, Interessierte um Anmeldung. (js)
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