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22. November 1997
Kinder machen Musiktheater

Projekt im Roderbruch: 200 Mädchen und Jungen spielen Josef-Geschichte

Dieses Projekt ist eine echte Gemeinschaftsarbeit: 200 Mädchen und Jungen aus neun Institutionen werden in der IGS Roderbruch die Geschichte von Josef und seinen elf Brüdern auf die Bühne bringen. Die Premiere des Musicals am Sonnabend, 22. November, ist bereits ausverkauft, doch für die Vorstellungen am 24. und 25. November gibt es noch Karten.

Nach dem Erzählzirkus 1995 und den „Vier Jahreszeiten“ 1996 ist die Josef-Geschichte das dritte – und bislang größte – Projekt, mit dem der Verein „Stadtteilgespräch Roderbruch“ in diesem sozialen Brennpunkt Hannovers Grenzen überwinden sowie Verständigung und Toleranz fördern will. Trotz einiger Skepsis hinsichtlich des biblischen Stoffes fand die Josef-Erzählung schließlich Zustimmung, weil sie der für alle - unabhängig von Religion und Herkunft – aktuellen zwischenmenschliche Frage von Neid und Eifersucht nachgeht. Denn dieses Stadtteilprojekt soll für Kinder aller Glaubensrichtungen offen sein.

Daß diese Forderung des Vereins offensichtlich zur Zufriedenheit aller erfüllt wurde, zeigen die breite Basis, auf der die Aufführung steht, und der Run auf die Karten für die drei Vorstellungen. Neun Institutionen sind an der Realisierung beteiligt: Die Integrierte Gesamtschule (IGS), die Kindertagesstätten und Horte, die katholische Gemeinde, der Kinderchor des Kulturtreffs Roderbruch und das Orchester der Musikschule Hannover. Während Chor und Musiker natürlich die gesamte Inszenierung begleiten, sind die anderen sieben Gruppen mit rund 140 Mädchen und Jungen für einzelne Szenen verantwortlich. Erst in den Gesamtproben werden die Teile unter der konzeptionellen und theaterpädagogischen Leitung von Anne Wendt und Horst Schneider vom Ben Guri Theater zusammengeführt. Für die Musik übernimmt Thomas Dust von der Musikschule die Verantwortung.

Über das Gelingen dieses Projektes hinaus verfolgt der Verein „Stadtteilgespräch“ ein weiteres Ziel. Er möchte Musik, Tanz und Theater fest im Roderbruch etablieren. Die Nachfrage nach diesen Angeboten sei ebenso groß wie deren pädagogischer Wert, stellen die Mitglieder fest. Daher wünschen sie sich für den Roderbruch eine „Werkstatt für Musik und Theater“, für die es sogar schon mietfreie Räume gäbe, wenn die Finanzierung von Material- und Personalkosten gesichert wäre.
Daß aus dem Erlös des Kartenverkaufs für die Aufführungen etwas für die Werkstatt übrigbleibt, hält Barbara Rädel, Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Buchnerstraße, für unwahrscheinlich. Zwar sei die Nachfrage groß, doch sei ein wirtschaftlicher Erfolg nicht das Ziel des Projektes.

Karten für die Vorstellungen des Kinder-Musiktheaters am Montag, 24. November, 16 Uhr, und Dienstag, 25. November, 17 Uhr, jeweils in der Aula der IGS Roderbruch an der Rotekreuzstraße, gibt es im Kulturtreff Roderbruch, Nobelring 3a, Telefon (0511) 578616. Die Karten kosten 5 Mark. (js)






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