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06. Februar 2007
Marktkirchen-Uhr widersteht Reparaturversuch

Kraneinsatz für verklemmte Zeiger in 55 Meter Höhe

Mit seinem 77-Meter-Ausleger erreicht der Kran mühelos die Turmuhr der Marktkirche. (Fotos: Stever)

An einem 77-Meter-Kranausleger in einer knapp einen Quadratmeter großen Stahlgondel hängend in 55 Metern Höhe im eisigen Wind mit kiloschweren Zeigern zu hantieren, ist nicht zwingend das gängige Berufsbild des Uhrmachers. Doch die Mitarbeiter der Firma Eduard Korfhage aus Melle denken bei Zeitmessung in anderen Dimensionen als ihre lupenbewehrten Kollegen in gutgeheizten Werkstätten. Ihr Metier sind Turmuhren. Jüngster Einsatzort war die Marktkirche, deren Uhren zwar regelmäßig die Dienste der Meller Experten nötig haben, diesmal jedoch mit einem speziellen Problem aufwarteten. An der Südseite des Turms hatten sich die beiden meterlangen Zeiger ineinander verhakt – im Sturm Kyrill am Abend um 21.49 Uhr.

Seither versagt aus südlicher Blickrichtung die korrekte Zeitansage an Hannovers Wahrzeichen-Kirche. Und das wird zunächst auch leider so bleiben, denn der erste Reparaturversuch scheiterte an den Witterungsbedingungen.

Da sowohl für die genaue Feststellung des Sturmschadens ebenso wie für dessen mögliche Behebung nur der Zugang von außen möglich ist, rückte am Freitagvormittag ein mächtiger Ausleger-Kran an. Der schafft es, knapp 80 Meter in der Höhe zu überbrücken, so dass die Uhr in 55 Metern bequem zu erreichen war. Zumindest theoretisch. Denn schon beim ersten Anlauf gegen 10 Uhr wurde deutlich, dass nicht nur die eisigen Temperaturen, sondern auch neuerliche Windböen das Unternehmen behindern würden. Die Gondel am Haken des Krans war nur schwer zentimetergenau zu manövrieren. Es bestand die Gefahr, durch die Bewegungen der Gondel zusätzliche Schäden zu verursachen.

Dennoch konnten die Turmuhr-Spezialisten beim ersten Aufstieg feststellen, dass die Zeiger demontiert werden müssen, um sie fachgerecht für den ordnungsgemäßen Einsatz richten zu können. Mit Werkzeug von Ausmaßen, die jedem Uhrmacher schon bei der Annäherung an ihre Schätze den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde, ging's nach kurzer Unterbrechung wieder empor.

Doch trotz aller Hartnäckigkeit der Monteure widerstanden die Zeiger allen Versuchen, von der Achse der Uhr gelöst zu werden. Als besonderes Handicap erwies sich der deutlich auffrischende Wind, der die Gondel der Monteure vor der Uhr erheblich in Schwingungen versetzte. Derweil verfolgten Profi-Fotografen ebenso wie Gelegenheitsknipser gespannt das Geschehen in schwindelnder Höhe.

Am Ende entschieden sich die Meller Fachleute allerdings, vor der Witterung zu kapitulieren und günstigere Bedingungen abzuwarten. Sie hätten die Zeiger nicht sicher demontieren und auf den Boden zurückbringen können, so ihre Begründung. Ein Termin für einen neuen Versuch steht noch nicht fest. (js)

Trotz hartnäckiger Versuche gelang es den Mechanikern nicht, die verklemmten Zeiger der südlichen Marktkirchen-Turmuhr von der Achse zu lösen.

Als begehrtes Motiv wurde die Kranaktion an der Marktkirche von Profifotografen ebenso wie von zahlreichen Handy-Knipsern festgehalten.

In einer stabilen Gondel ließen sich die Turmuhrenspezialisten in 55 Meter Höhe zu ihrem Arbeitsplatz emporhieven.






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