06. Februar 2007
Mechaniker lösen Verklemmung über Hannover
Zeiger der Marktkirchen-Turmuhr werden für Reparatur geborgen
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| Erfolg im zweiten Anlauf: Von der Arbeitsplattform des Hubwagens aus konnten die Zeiger und die Mittelrosette der beschädigten Uhr geborgen werden. (Fotos: Stever) |
Mit dem zweiten Versuch kam der Erfolg: Von großem Medieninteresse begleitet bargen Udo Maschmann und Michael Diekmann die Zeiger der Uhr auf der Südseite des Turmes der Marktkirche. Die hatten sich während des Sturmes Kyrill in der Nacht zum 19. Januar gegen 21.50 Uhr ineinander verkeilt und daraufhin die korrekte Zeitauskunft eingestellt.
Der erste Anlauf, den Schaden zu beheben, war bereits eine Woche später unternommen worden. Doch die Turmuhren-Mechaniker der Firma Eduard Korfhage aus Melle scheiterten, weil die an einem gewaltigen Kranausleger hängende Gondel in dem erneut aufbrisenden Wind zu heftig pendelte.
Jetzt stand ein Hubwagen zur Verfügung, von dessen Arbeitsbühne aus später auch Dachdecker auf dem First der Marktkirche tätig werden mussten, um Sturmschäden zu beheben.
In etwa drei Wochen - so vorsichtige Einschätzungen der Spezialisten - werden die beweglichen Teile der Turmuhr repariert sein und an ihren ursprünglichen Platz zurückkehren können.
Aus der Nähe betrachtet lässt sich leicht erahnen, wie sich die Teile der Uhr am Turm verhaken konnten. Denn das dünne, vergoldete Kupferblech, aus dem die Zeiger geschitten sind, ist auf der Rückseite lediglich mit einem Rohrgestänge versteift. Die Turmuhrenbauer aus Melle vermuten, dass die Konstruktion aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stammt.
Seither hat der Zahn der Zeit hartnäckig genagt. An einigen Stellen hat sich das Blech vom Gestänge gelöst, so dass der Wind das Blech in Schwingungen versetzen konnte, was die Rohre eigentlich verhindern sollten.
Von Kyrill gebeutelt sind die Zeiger gegen 21.50 Uhr ineinander verhakt. Die Kraft des Uhrwerks hat es sogar noch geschafft, das Blech eines Zeigers einige Zentimeter einzuschneiden.
Die Sonne, die in der Mitte des Zifferblattes den Austritt der Uhrwerksachse aus dem Mauerwerk ziert, hat gleichfalls Schaden genommen. Der fehlende Strahl wird ebenso wie der angebrochene in der Werkstatt in Melle ersetzt.
Dort kümmern sich die Fachleute auch um die Wiederherstellung der kiloschweren Zeiger, die nach der Reparatur neu vergoldet werden sollen. In rund drei Wochen, so hoffen Udo Maschmann und Michael Diekmann, sollen die Teile wieder montiert werden können. Die Kosten lassen sich noch nicht abschätzen.
Kurioses am Rande: Mechaniker Michael Diekmann staunte nicht schlecht, als er feststellte, dass der Fahrer der Hebebühne ebenfalls auf den Namen Michael Diekmann hört. Der kommt jedoch aus Hildesheim. Eine familiäre Verknüpfung konnten die beiden allerdings weder bei ihren Ausflügen in luftige Höhe noch mit festem Boden unter den Füssen konstruieren. (js)
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| Zeitlos: Drei Wochen soll die Reparatur der Uhr auf der Südseite des Turms der Marktkirche dauern. Die anderen beiden Uhren laufen tadellos. |
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| Schadensanalyse: Udo Maschmann (l.) und Michael Diekmann begutachten nach der erfolgreichen Bergung die beschädigten Teile. Am Zeiger ist oben links deutlich zu erkennen, wo er sich verkeilt hatte. |
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| Im Detail: In einer Einkerbung hatte sich der zweite Zeiger verfangen und deutlich sichtbar in das vergoldete Kupferblech eingeschnitten (großes Foto). An der Sonne, die als Rosette die Mitte des Uhrwerks ziert, ist ein Strahl abgebrochen (kleines Foto). |
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