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20. Dezember 2007
Walter Lampe als hannoverscher Diakoniepastor verabschiedet

Viel Lob und zwei Orden zum Ende einer Ära

Purer Genuss: Dietmar Althof (l.) und sein Mövenpick-Team verwöhnten Walter Lampe und seine Gäste beim Empfang im Historischen Museum

Ein „beunruhigendes Maß an Hartnäckigkeit“ attestierte Oberbürgermeister Stephan Weil Hannovers Diakoniepastor Walter Lampe, als der „Frontmann der Sozialpolitik“ mit Gottesdienst und Festakt im Historischen Museum in den Ruhestand verabschiedet wurde. Dass Lampes Einsatz auch über die Grenzen der niedersächsischen Landeshauptstadt hinaus geschätzt wird, belegen die beiden Auszeichnungen, mit denen der angehende Ruheständler dekoriert wurde: Weil überreichte das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Das Diakonische Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verlieh die Gerhard-Uhlhorn-Plakette für „langjährige und besondere Verdienste um die Diakonie“, wie dessen Präsident Walter Weber in seiner Laudatio hervorhob.

Hunderte von Gästen würdigten an diesem Abend noch einmal Wesen und Wirken von Walter Lampe. Die meisten von ihnen mussten sich dabei darauf beschränken, allein durch ihre Anwesenheit ihren Respekt vor der Arbeit des engagierten Geistlichen zu bekunden. Stellvertretend für sie ergriff rund ein Dutzend Rednerinnen und Redner das Wort, um nur ein Bruchteil von dem zu skizzieren, was Walter Lampe in seinen 18 Jahren als Diakoniepastor für Hannover und weit darüber hinaus bewirkt hat. Superintendentin Martina Szagun moderierte den Abend im Foyer des Museums, nachdem sie Walter Lampe zuvor im Gottesdienst von seinem Amt entpflichtet hatte.

Mit wohlgesetzten Worten des Lobes, des Respekts und der Anerkennung wurden schlaglichtartig wichtige Projekte in Erinnerung gerufen. „Viele von ihnen sind längst den Kinderschuhen entwachsen und stehen stabil auf eigenen Beinen“, erinnerte sich Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region Hannover, während Dr. Eckhart von Vietinghoff, Präsident des Landeskirchenamtes, die besondere Bedeutung Hannovers in der Diakonie der Landeskirche hervorhob: „Hannover ist ein Experimentierfeld, und Sie sind Protagonisten einer Entwicklung, mit der andere erst lernen müssen umzugehen.“

Zum Geheimnis des Erfolgs von Walter Lampe hat von Vietinghoff eine einfache Erklärung: „Sie haben niemals andere um ihre Würde gebracht – auch wenn sie eine völlig andere Meinung vertreten haben.“

Dass die an diesem Abend so nachdrücklich bekundete Anerkennung weit über die Würdigung des beruflichen Einsatzes von Pastor Walter Lampe hinausging, wurde in allen Reden deutlich. So signalisierte Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann Verständnis für Lampes offenbar nur zögerliche Vorfreude auf den Ruhestand, „denn es gibt doch noch so wahnsinnig viel zu tun.“ Um Geschafftes zu würdigen, hatte der Stadtsuperintendent den Diakoniepastor für das Verdienstkreuz vorgeschlagen. (Das Manuskript der Ansprache von Stadtsuperintendent Puschmann finden Sie unten als PDF zum Download.)

Wie nötig es sein wird, den eingeschlagenen Weg forsch weiter zu verfolgen, machte die Predigt des scheidenden Diakoniepastors deutlich. So lebe jeder Sechste aus der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen in Hannover an der Armutsgrenze, rief Lampe in Erinnerung. Dass er stets mit „aktuelle Zahlen, die erschrecken und entlarven können“ argumentiere, hatte ihm Puschmann eben anerkennend attestiert.

Die Spuren, die Walter Lampe bei seinem Abschied aus dem Amt hinterlässt, sind sichtbar. „Wir verfügen in Hannover über ein hohes Maß an sozialer Sensibilität, und wir geben uns zumindest Mühe, anständig miteinander umzugehen“, skizzierte der Oberbürgermeister einen Teil des Nachlasses von Walter Lampe, der als Träger der Stadtplakette bereits die „Vorstufe zur Ehrenbürgerschaft“ (Weil) erreicht habe.

Beim Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland hat Lampe die höchste mögliche Stufe bei einer Erstauszeichnung auf Anhieb geschafft: Seine Brust ziert jetzt bei Bedarf das 55 Millimeter große Verdienstkreuz am Bande. Und eine Bekundung der persönlichen Wertschätzung des Freundes Walter Lampe durch Stephan Weil gab’s obendrein: „Er ist bislang der einzige Geistliche, der mir angeboten hat, bei meiner Beerdigung zu predigen – Auch so etwas schafft persönliche Nähe.“ (js)

Ein Zeichen für Respekt und Anerkennung: Mit Hunderten von Gästen feierte Diakoniepastor Walter Lampe (vordere Reihe 3. v. r.) den Gottesdienst zum Abschied aus dem Amt. (Fotos: Stever)

Gemeinsame Sache: Der Posaunenchor der Stadtmission unter Leitung von Heinz Baumgardt und Marktkirchenorganist Ulfert Smidt setzten beim Gottesdienst die musikalischen Akzente.


Die Ansprache von Wolfgang Puschmann zur Verabschiedung von Pastor Walter Lampe

Im Internet

Mehr über den Gottesdienst, das Fest und das Buch zum Abschied von Walter Lampe auf den Internetseiten des Diakonischen Werkes:

http://www.diakonisches-werk-hannover.de

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