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10. Januar 2008
Sozialverträgliche Kürzungsdebatte

Stadtkirchentag verabschiedet erste Lesung des Stellenrahmenplans

Superintendent Christian Sundermann erläutert den Stellenrahmenplan (Foto: Hilbig)
Einigkeit nach intensiver Vorbereitung: Mit einer ausgeprägten Mehrheit beschloss das Parlament des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes den vorläufigen Stellenrahmenplan.
Ab Anfang 2009 muss der Stadtkirchenverband seine Ausgaben um 4,6 Millionen Euro verringern. Damit steht die evangelische Kirche in Hannover, Garbsen und Seelze vor großen Anforderungen. Die finanziellen Kürzungen wirken sich insbesondere auf den Personaletat aus.

„Die Dramatik nimmt mit jedem Jahr zu“, so Superintendent Christian Sundermann, „wir werden unser Ausgabenniveau ab 2009 um 20% senken müssen. Jede fünfte Stelle wird aufgehoben oder entfällt“. Als stellvertretender Vorsitzender des Stellenplanungsausschusses erläuterte Sundermann die nächsten konkreten Schritte.

Die Delegierten des Stadtkirchentages (Foto: Hilbig)
Abhängig von den sich unterschiedlich entwickelnden Gemeindegrößen verlieren die Kirchengemeinden unterschiedlich viel Personalmittel. Es gehe dabei aber immer auch um eine zielorientierte Planung und eine gerechte Verteilung der Mittel, so Sundermann.
Mit Übergangshilfen für die Gemeinden will der Stadtkirchenverband versuchen, die Personalkürzungen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. So sollen die Gemeinden zusätzliche finanzielle Unterstützung für Mitarbeitende erhalten, die in nächster Zeit ohnehin in den Ruhestand gehen. „So können Kündigungen für diese Mitarbeiter vermieden werden“, erklärt Christian Sundermann.

Nur in Einzelfällen werde es Kündigungen geben. Viele Kirchengemeinden haben inzwischen Eigenfinanzierungen aufgebaut, um Mitarbeiter vor Ort zu halten, auch wenn deren Stellen nicht mehr aus Stellenplanungsmittel finanziert werden. Dennoch gilt die Regel: Keine Gemeinde darf durch Sondermittel um eigene Einsparleistungen oder Eigenfinanzierungen herumkommen. Das gilt ebenso für die übergemeindlich-funktionalen Dienste wie zum Beispiel für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und das Diakonische Werk. Damit sind die Anliegen von Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann für eine werdende, werbende und wachsende Kirche aufgenommen worden.

In der letzten Sitzung des Stadtkirchentages hielt Puschmann ein Plädoyer für eine inhaltliche Diskussion über Kirche in der Stadt. Für zukunftsweisende Projekte hatte der Stadtkirchenverband bereits im Dezember 150.000 Euro zur Verfügung gestellt. Dazu gehören unter anderem die Gospelkirche und das „Haus der Religionen“.
Sundermann zeigte sich beeindruckt von der Kreativität vieler Kirchengemeinden zur Beschaffung von finanziellen Mitteln. Fundraising sei nicht nur ein Geldbeschaffungs-programm, sondern sei Öffnung von Kirche und die Schärfung des Profils und damit intensive Beziehungsarbeit. Im Dezember 2008 soll der Stellenrahmenplan endgültig beschlossen werden.

Insa Becker-Wook






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