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14. August 2008
Armut hinterlässt blaue Flecken auf Kinderseelen

Evangelisches Beratungszentrum widmet sich der „Innenseite der Armut“

Schon immer ist Armut ein tiefgreifendes Problem gewesen, vor allem die Kinder in armen Familien hatten und haben darunter zu leiden. Daher hat es sich das Diakonische Werk Hannover in diesem Jahr besonders zur Aufgabe gemacht, diesen Kindern zu helfen und sie zu unterstützen.

Bei der Verfolgung dieses Ziels ist es jedoch von Nöten, sich nicht nur mit den „äußeren“, sondern auch mit den „inneren Seiten der Armut“ auseinanderzusetzen. Gemeint ist damit, dass nicht nur die physischen, sondern auch die psychischen Probleme behandelt werden müssen, die durch Armut entstehen können – besonders bei Kindern. Dieser Aufgabe widmet sich das evangelische Beratungszentrum.

Das evangelische Beratungszentrum besteht aus zwei großen Arbeitsbereichen, der Beratung von Klienten sowie der Fortbildung und Supervision. Während sich Fortbildung und Supervision eher an kirchliche Mitarbeiter und Einrichtungen wendet, geht es in der Beratung um Krisen und psychologische Probleme, wie beispielseise Ehekonflikte, Erziehungsprobleme oder auch Depressionen und Ängste.

„Die Auswirkungen der Armut sind oft von sehr schwerwiegender Natur. Die materiellen Nöte und Benachteiligungen haben vielfältige negative Auswirkungen auf die seelische Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Sie sind betroffen von Ängsten, Aggressivität, Depressivität und Leistungsstörungen. Psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Auffälligkeiten im Essverhalten kommen hinzu“, erklärt Diakoniepastor Hans-Martin Joost.

Durch häufigeres Rauchen in der Schwangerschaft, mehr Stress und andere Ursachen kommen die Kinder von armen Müttern zudem öfter zu früh auf die Welt, als bei Frauen mit normalem Einkommen. Das könne zu schwerwiegenden Entwicklungsschäden führen und die schulischen Leistungen deutlich einschränken, so Joost weiter.

„Eine familiäre Situation, die sehr konfliktträchtig ist, verbunden mit geringen Problem¬lösungsfähigkeiten der Familienmitglieder erhöht das Risiko, dass Kinder psychisch krank werden, um das Vierfache“, stellt Diplom-Psychologe Axel Kreutzmann, Leiter des Evangelischen Beratungszentrums Oskar-Winter-Straße, fest.

Gerade Familien, die von Armut betroffen sind, brauchen häufig Unterstützung in der Kindererziehung. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass gerade diese Eltern häufig wenig Informationen haben, wo sie Beratung durch Fachleute bekommen können. Bei vielen ist auch die Hemmschwelle groß, Hilfen in einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.

Deshalb geht das Ev. Beratungszentrum Oskar-Winter-Straße jetzt neue Wege. Zusätzlich zu der Beratung von Eltern oder Alleinerziehenden in den Räumen des Beratungs¬zentrums gibt es jetzt Angebote vor Ort in Kindergärten. Erste Erfahrungen zeigen, dass unter anderem durch Gesprächsgruppen unter psychologischer Anleitung die Erziehungs¬kompetenz der Eltern gestärkt wird. Gleichzeitig wird dadurch den Eltern eine Möglichkeit gegeben, eigene Probleme innerhalb der Familie besser zu lösen. (Julius Burghardt)






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