06. November 2008
Die Zerbrechlichkeit des Lebens
Superintendent Thomas Höflich zum Busunglück auf der A2
Am Abend des 4. November ist ein Reisebus aus Hannover auf der A2 bei Garbsen in Flammen aufgegangen. 20 Tote und 13 Verletzte sind zu beklagen, für viele Familien ist ein schmerzlicher Verlust inzwischen Gewissheit. Die Medien haben uns umfassend informiert, was aber bleibt, ist die Fassungslosigkeit und das Leid der betroffenen Familien, was bleibt ist auch die Erschütterung der an den Rettungs- und Bergungsmaßnahmen beteiligten Einsatzkräfte.
Seelsorger und Seelsorgerinnen aus dem Stadtkirchenverband und der Krankenhausseelsorge sind sofort am Einsatzort, am Bürgertelefon und in der zentralen Anlaufstelle in Misburg tätig geworden. Sie haben einen wichtigen, zugleich schweren Dienst getragen, für den wird dankbar sind. Besonders danken möchte ich den Kolleginnen und Kollegen aus dem Amtsbereich Garbsen. Sie haben die Einsatzkräfte am Brandort betreut und tragen auch die nachgehende Seelsorge für diese Helfer.
Schon in der Nacht wurde deutlich, dass die meisten Opfer aus den östlichen Stadtteilen Hannovers, besonders aus Misburg und Kleefeld kommen. Im Verlauf des Mittwochs hat sich diese Befürchtung verdichtet und im Amtsbereich Ost haben die Verantwortlichen die gemeindliche Seelsorge für die Familien vorbereitet. Durch die Konzentration auf wenige Gemeinden wird die Herausforderung für die Kolleginnen und Kollegen groß sein, eine entsprechende Unterstützung durch die Schwestern und Brüder im Amtsbereich wird über die Superintendentur organisiert.
Ebenso wichtig sind die geistliche Gemeinschaft, das fürbittende Gedenken aller seelsorglich Tätigen und das Gebet in allen Gemeinden.
Es sind zwei zentrale Gottesdienste geplant.
Am Donnerstag, 6. November 2008 eine Andacht um 21.00 Uhr mit unserer Landesbischöfin Frau Dr. Käßmann in der Marktkirche
und
der offizielle ökumenische Trauergottesdienst der Landeshauptstadt Hannover am Montag, 10. November 2008, 18.00 Uhr in der St. Johanniskirche in Hannover-Misburg, Anderter Straße 42 mit unserer Landessuperintendentin Frau Dr. Spieckermann.
Auf deutliche Weise haben wir die Zerbrechlichkeit unseres Lebens in diesen Tagen deutlich vor Augen geführt bekommen - wir haben aber auch erfahren, welche Kraft und welcher Trost uns aus dem Evangelium erwachsen. Diese Kraft und diesen Trost wünsche ich uns allen.
Thomas Höflich
Superintendent und stellv. Stadtsuperintendent.
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