25. November 2008
Der Mann, dessen Worten Taten folgen
Auferstehungsgemeinde verabschiedet Holger Hupe nach 34 Dienstjahren
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| Diakon Holger Hupe |
Tiefes Gottvertrauen, klare Ziele und fröhliche Begeisterungsfähigkeit: Mit diesen drei prägnanten Merkmalen charakterisiert Pastor Uwe Keller-Denecke einen Mann, dessen Ruhestand das Ende einer Ära in der Auferstehungsgemeinde markiert. Holger Hupe wird am ersten Adventssonntag, 30. November, während eines Gottesdienstes (Beginn: 10 Uhr) verabschiedet. Mehr als 34 Jahre hat er als Diakon in der Auferstehungsgemeinde gelebt und gearbeitet. Sein Wesen und Wirken haben die Menschen und ihr (Er-)Leben in der Gemeinde maßgeblich geprägt. In deren 50-jährigen Bestehen war kein Mitarbeitender länger als er tätig.
Vorgezeichnet war Holger Hupe dieser Weg keineswegs, als er im Advent des Jahres 1945 in Bissendorf das Licht der Welt erblickte. Dort hatten die im Krieg aus Hannover evakuierten Eltern vorübergehend eine Bleibe für die Familie gefunden, aus der erst 1949 die Rückkehr nach Hannover möglich wurde. Die berufliche Laufbahn war da eigentlich schon entworfen, denn der Betrieb des als Bau- und Zimmermeisters selbstständigen Vaters bot Perspektive. In der ihm eigenen Konsequenz und Beharrlichkeit verfolgte der junge Holger diesen Weg, indem er ab 1960 Zimmermann lernte, 1962 die Gesellprüfung bestand und 1963 in den väterlichen Betrieb eintrat. Berufsbegleitend erwarb der junge Handwerker in der Abendschule die Mittlere Reife, bevor er in Hildesheim die Baufachschule besuchte.
„Ich verstehe es heute auch nicht mehr, aber ich habe den Schritt nie bereut“, kommentiert Holger Hupe heute den plötzlichen Bruch in seiner Biografie. Eine Mögliche Erklärung ist die starke Prägung durch die evangelische Jugendarbeit in der Lister Gemeinde, die in dem damals 20-Jährigen den Entschluss reifen ließ, einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Der begann 1965 mit der Ausbildung zum Diakon an der höheren Fachschule für männliche Diakonie in Hannover und führte ihn 1968/69 erstmals in die Auferstehungsgemeinde. „Eigentlich wollte ich immer in der List arbeiten“, erinnert sich Hupe, doch das Praktikum im Süden Hannovers blieb nicht ohne Folgewirkung.
Allerdings mit ein bisschen Verzögerung. Denn nach dem Examen 1970 blieb Hupe zunächst im Erziehungsdienst des Stephansstiftes – so engagiert, dass er ein Job-Angebot aus der List ablehnte, um einen gerade begonnenen Entwicklungsprozess im Stephansstift weiter begleiten zu können. 1974 war der Wunsch nach Arbeit in einer Gemeinde wieder aktuell, so dass Hupe Diakon in der damals jungen Auferstehungsgemeinde wurde.
Konfirmandenunterricht mit geburtenstarken Jahrgängen und eine pulsierenden Jugendarbeit waren für den jungen Diakon eine Herausforderung, die er sich gern und mit Verve stellte. Freizeit, Fahrten und Zeltlager unter seiner Federführung sind noch heute legendär. Kinderbibelwochen und Krippenspiele, Computerclubs und Fotogruppen, Posaunenchor und Musikband: Holger Hupes Name ist mit vielen Aktionen und Aktivitäten verbunden.
Mit den Jahren hat sich die Auferstehungsgemeinde jedoch gewandelt und damit auch die Aufgaben ihres Diakons. Als gestandener Handwerker hat sich Holger Hupe zunehmend auf die Betreuung der Gebäude der Gemeinde spezialisiert und sich um deren Finanzen gekümmert. Engagiert, zuverlässig und erfolgreich, so dass er zu seinem Abschied eine solide Substanz übergeben kann.
Seinem Ruhestand blickt Holger Hupe gelassen entgegen. In der Gemeinde will er sich für mindestens ein halbes Jahr sehr rar machen, damit „andere eine Chance haben, sich in ihre neuen Aufgaben hineinzufinden.“ Für den Beginn es kommenden Jahres plant der passionierte Segler einen mehrwöchigen Urlaub, bevor im Frühjahr die Aufmerksamkeit auf die Pflege des Hauses und des Gartens gerichtet werden. Dann wird auch wieder die Zeit kommen, in der Holger Hupe häufiger in der Auferstehungsgemeinde zu sehen sein wird. „Denn es gibt immer etwas zu tun“, so der künftige Ex-Mitarbeiter. -Joachim Stever-
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