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04. September 2009
Mit Farben den Fragen des Lebens auf der Spur

Zum Tode des hannoverschen Malers Erich Grün

Das Experimentieren mit Licht, Formen und Farben war Erich Grüns künstlerische Leidenschaft. (Foto: privat)

„Was den Menschen im Innersten bewegt, ist die Welt des Erich Grün“, schrieb Wolfgang Puschmann als Stadtsuperintendent in einem Geleitwort zu einer der zahlreichen Ausstellungen des hannoverschen Malers Erich Grün im kirchlichen Raum. Ab November wird im Rahmen einer großen Ausstellung in der Stadtkirchenkanzlei Gelegenheit sein, auf das umfangreiche Lebenswerk des leidenschaftlichen Künstlers und Kunsterziehers zurückzublicken, der kürzlich im 94. Lebensjahr in Hannover verstorben ist.

Erich Grün hat sich Zeit seines Künstlerlebens intensiv mit Mythologien der verschiedenen Kulturkreise beschäftigt. Eine ganze Reihe von Zyklen legt Zeugnis dieser Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens ab. Ein Schwerpunkt waren für Grün dabei die biblischen Motive, die er mit seinen ausdrucksstarken Variationen von Farben, Licht und Formen immer neu interpretierte.

Erich Grün wurde 1915 in Pyschminskoje in Sibirien im Internierungslager geboren, studierte zu Beginn der Weimarer Zeit an der damals bekannten jüdischen Privatschule Reimann in Berlin, erlebte auf sehr tragische Weise die Zeit des Krieges - seine Frau und alle drei Kinder starben bei einem Bombenangriff - und startete nach dem Krieg erneut mit seiner künstlerischen Ausbildung, die ihn an die Werkkunstschule nach Hannover führte. Dort arbeitete er ab 1957 ein Jahrzehnt als Lehrer, ebenso wie er an der Bismarckschule in Hannover fast ein Vierteljahrhundert lang Generationen von Schülern begeistert an die Kunst heranführte.

Während der Wintermonate lebte und arbeitete Erich Grün in seiner hannoverschen Wohnung. Im Sommer bewohnte er – bis vor wenigen Jahren - zusammen mit seiner zweiten Frau, Oda Keitel-Grün, ein zum Atelier umgebautes Stallgebäude in Feuerschützenbostel im Landkreis Celle.

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland dokumentieren das außergewöhnliche künstlerische Schaffen Erich Grüns, der 1991 zum Mitglied der finnischen Kalevalagesellschaft ernannt wurde.

Ausgewählte Werke des Künstlers werden ab Donnerstag, 19. November, bis in die Adventszeit hinein in der hannoverschen Stadtkirchenkanzlei im Rahmen einer Verkaufsausstellung präsentiert.






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