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19. November 2009
Unbeirrt, eigenständig und bienenfleißig

Werkschau in der Stadtkirchenkanzlei würdigt Wirken des Malers Erich Grün

"Es kommt nicht darauf an, was man sieht, sondern was man darin sieht", legte Laudator Frank-Thorsten Moll einen der künstlerischen Grundgedanken des hannoverschen Males Erich Grün frei. Ein Quer- und Ausschnitt des immensen Schaffens Grüns präsentiert der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband Hannover bis zum 11. Dezember in der Stadtkirchenkanzlei.

Zur Eröffnung vor weit mehr als 100 Gästen würdigte Moll, Kunsthistoriker und Kurator der Kestnergesellschaft, das Wirken Erich Grüns, der während der Vorbereitung der Werkschau Ende August im 95. Lebensjahr starb.

Erich Grün, der mehr als 90 Jahre "auf allem und mit allem malte" (Moll) - und darüber hinaus auch als formender Künstler nach Ausdrucksmöglichkeiten suchte - hat mehrere tausend Bilder hinterlassen.

Prägend für alle seine Bilder - gleich ob Öl, Aquarell, Enkaustik oder Zeichnung - sind das "Höchstmaß an Selbstständigkeit und die Unbeirrtheit, die sich auf sich selbst konzentriert", skizzierte Moll Grüns auffällige Unabhängigkeit von künstlerischen Trends und Trendsettern. Dieser Eigensinn im Zusammenspiel mit einer hoch entwickelten Sensibilität für die Fragen der Menschen in Mythen, Kulten und Religion sowie der unermüdlichen Lust am Experimentieren mit künstlerischen Ausdrucksformen, strenger Disziplin und "Bienenfleiß" lasse Erich Grün als außergewöhnlichen und bemerkenswerten Künstler in ehrender Erinnerung bleiben.

Eintauchen in die Farben und Formen des Erich Grün: Die Bilder der Ausstellung laden zum Entdecken und Deuten ein.
"Viele Menschen mögen sich von der Botschaft dieser Bilder ergreifen lassen", wünschte sich Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann. Gemeinsam mit dem hannoverschen Oberbürgermeister Stephan Weil hat sie die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen.

Gabriele Ciecior vom Kulturbüro der Landshauptstadt vertrat das durch Ratssitzung verhinderte Stadtoberhaupt und unterstrich in ihrem Grußwort den Tenor des Laudators, als sie Erich Grün als "bescheidenen Menschen, der mit Hingabe gemalt und gelehrt hat", den Kulturbetrieb aber gemieden habe, würdigte. Die ergreifende Wirkung der Werke Grüns habe sie täglich vor Augen, so Ciecior, weil zwei seiner Bilder, die die Stadt angekauft hat, zu ihrer Freude im Kulturbüro hängen.

Die Präsidentin des Stadtkirchentages, Professorin Roseline B. Forch, lud schließlich ein, sich beim Rundgang durch die Ausstellung in allen Etagen der Stadtkirchenkanzlei ein eigenes Bild von der künstlerischen Lebendigkeit des Malers Erich Grüns zu machen. Mehr als 150 Bilder aus allen Schaffensperioden ermöglichen dies noch bis zum 11. Dezember.

Dann endet die Ausstellung mit einer Versteigerung ausgewählter Werke. Die drei Bilder, die während der Finissage zur Auktion aufgerufen werden, sind unten auf dieser Seite zu sehen.

Bis zum Beginn der Finissage (am Freitag, 11. Dezember, 17 Uhr) ist noch Gelegenheit, Bilder aus dem herausragenden Werk von Erich Grün zu Festpreisen zu kaufen - eine Chance, die bereits während der Vernissage von den Gästen gern genutzt wurde.

Unterstützt wird die Ausstellung, zu deren Eröffnung auch der Leiter der Stadtkirchenkanzlei, Christian Pieper, und der stellvertretende Stadtsuperintendent, Thomas Höflich, sprachen sowie Elisabeth Schwanda (Flöte) und Ulfert Smidt (Orgel) musizierten, von den Schirmherren, von der Evangelischen Kreditgenossenschaft, von der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft sowie von der Stiftung Edelhof Ricklingen.

Bis Freitag, 11. Dezember, ist die Ausstellung in der Stadtkirchenkanzlei (Hildesheimer Straße 165/167 - stadteinwärts ca. 300 Meter hinter dem Döhrener Turm) montags bis donnerstags zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr zu sehen. (js)






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